SVH Chronik

Auszug aus der Vereinschronik zum 50 jährigen Jubiläum (von Jürgen Schramm):

Man schrieb das Jahr 1946, also kurz nach Kriegsende, als sich 64 sportbegeisterte Männer zusammenfanden und in der Gastwirtschaft Scharpf den Sportverein Heilgersdorf gründeten. Bei dieser Gründung war in erster Linie an die Aufstellung einer Fußballmannschaft gedacht, die an den Wettkämpfen der ehemaligen III. Liga der Gruppe Ebern teilnehmen sollte. Mit Karl Hartmann hatte man einen Vorstand gefunden und auch ein Spielfeld, der Platz an der Bischwinder Straße stand zur Verfügung. Doch schon bald hatte man auch erste Sorgen, denn man benötigte Trickots, Hosen und Schuhe. Als nach wenigen Wochen die SVH – Mannschaft erstmals in ihrer Sportkleidung auftrat, konnte niemand mehr erkennen, dass die Hosen und Trickots maßgeschneidert von der Gerlinde Schultheiß, zum Teil aus den „Hitlerfahnen“, zum Teil aus Bettlaken genäht waren. Auch die Schuhe waren etwas Besonderes, denn es waren braune Fußballschuhe. Sie waren aber kein Sondermodell der ehemaligen LICO-Fabrik, sondern es waren normale Straßenschuhe, von den Amerikanern erstanden und von Johann Treubel zu Fußballschuhen umfunktioniert.

So begann der Punktspielbetrieb mir durchschlagendem Erfolg. Die Mannschaft wurde sofort Meister, aus finanziellen Gründen wurde aber auf das Spielen in der höheren Klasse verzichtet. Viel Engagement war in den Aufbaujahren vorhanden, denn es wurde bald eine Reservemannschaft und eine Jugendmannschaft ins Leben gerufen, die ab 1959 am Spielbetrieb teilnahmen. Auch die Damen beteiligten sich am Sportgeschehen und spielten von 1949 bis 1951 Handball. Es war aber auch eine unruhige Zeit, denn die Vorstandschaft wechselte spätestens alle 2 Jahre und so hatte man bis 1963 bereits 9 Vorstände „verschlissen“. Anfang der 60er Jahre baute der Verein eine Tribüne mit 200 Sitzplätzen. Wenn aus dieser Tribüne später der Schlachtruf „SHV“ erklang, wurde noch so manches verloren geglaubtes Spiel herumgerissen. Im Jahre 1967 holte sich der SV Heilgersdorf für seine Mannschaften den ersten Trainer. Es war Walter Herzog aus Coburg, ein Fußballfachmann, welcher der Mannschaft viel beibrachte. Er konnte sie aber nur jedes zweite Spiel betreuen uns so war seine Tätigkeit nach einem Jahr wieder beendet. Seit diesem Jahr 1967 gelang es der jeweiligen Vorstandschaft für seine Seniorenmannschaften einen Trainer zu finden. Auch hier hatte der SVH einen „guten Verbrauch“, denn bis 2006 waren es immerhin 19 verschiedene Trainer, die in Heilgersdorf tätig waren. Ganz besonders stolz war der Verein, als 1968 das neuerbaute Vereinsheim der Vereinswirte Siegfried und Lina Deininger bezogen werden konnte und der langgehegte Wunsch von Umkleidekabinen und Duschen in Erfüllung ging. Neuen Schwung in das Vereinsleben brachten 41 Damen, die am 01. November 1969 eine Damengymnastikabteilung gründeten. Im gleichen Jahr besann man sich, dass etwas mehr für die Nachwuchsarbeit getan werden muss und rief eine C-Schüler Mannschaft ins Leben. Bei so vielen Aktivitäten und Erfolgen durfte die Geselligkeit natürlich nicht fehlen und so ist vielleicht zu erklären, dass in den Protokollen von einem dreitägigen Schlachtfest die Rede ist, zu dem alle Mitglieder eingeladen waren. Kein Wunder, dass die Mitgliederzahl 1970 auf 202 (159 männliche und 43 weibliche) gestiegen war.

Das Jahr 1971 stand im Zeichen des 25 jährigen Bestehens des SV Heilgersdorf, das in der Zeit vom 26. bis 31. Mai 1971 gefeiert wurde. Durch einen große Gemeinschaftsleistung der gesamten Dorfbevölkerung konnte auch ein großer finanzieller Erfolg erzielt werden. 19 Mitglieder wurden für ihre 25 jährige Mitgliedschaft geehrt. Dass in Heilgersdorf bei den Fußballspielen zwar hart aber fair gekämpft wurde, zeigt die Tatsache, dass die Mannschaften 1975 zum dritten Male hintereinander den Fairneßpreis des Spielkreises Bamberg errangen.

Höhepunkt des Jahres 1976 waren die Feierlichkeiten zum 30 jährigen Bestehen, dass seine sportliche Attraktion mit dem Spiel des VfB Coburg gegen den FC Haßfurt hatte. Nachdem der Kassenstand des Vereins erstmals mehr als 10.000,- DM betrug, gelang es der Vorstandschaft, den alten Platz von der Gemeinde zu kaufen. Damit sollte gesichert werden, dass der Ortsbevölkerung ein Spiel- und Festplatz erhalten bleibt.

Am 21.November 1976 ließ sich der Verein ins Vereinsregister eintragen. In den nächsten Jahren machte man sich Gedanken über ein neues Sportgelände und im Rahmen der Flurbereinigung wurde der neue Sportplatz ausgewiesen. Die Gemeinde Heilgersdorf hatte diesen Schritt kurz vor der Eingemeindung nach Seßlach noch begonnen und als 1980 das neue Spielfeld eingeweiht wurde, zu der als sportlicher Höhepunkt der TV Höchberg (Landesligist bei Würzburg) als Gegner der 1. Mannschaft eingeladen wurde. Während dieser Sportwoche wurde ein Bunter Abend abgehalten, an welchem der „ISAR EXPRESS“ aus München, der Spassvogel Günter Fertsch, Juan Tabasco und der Jodler Peter Schöll anwesend waren. Ein toller Erfolg und vor allem einen solchen warem finanziellen Regen könnte der SVH öfters gebrauchen. Gleich nach dem ereignisreichen Vorjahr feierte der SVH sein 35 jähriges Bestehen in Form eines Pfingstpokalturniers. Notwendige Arbeiten am neuen Sportplatz (Platzumzäunung, „Häuschen“ für Trainer und Ersatzspieler, Ballfangnetze) und am alten Platz (Drainage) bestimmten das Vereinsleben Anfang der 80er Jahre. Der wohl größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte bis dahin, war der 2. Platz in der A-Klasse Bamberg und die damit verbundenen Aufstiegsspiele um den freien Platz in der Bezirksliga. Nach kräftezehrenden Siegen gegen Strullendorf (das Spiel wurde später annulliert) und Naisa musste die Mannschaft nach nur zwei Tagen gegen Neustadt antreten und verlor. Selbst nach einem Sieg im Wiederholungsspiel gegen Strullendorf brachten das Sportgericht und die Verantwortlichen des Bayerischen FußballVerbandes die Fußballer um den verdienten Lohn ihrer Arbeit. Die 3.000,- DM, die durch die Ausscheidungsspiele in die Vereinskasse flossen, waren leider nur ein schwacher Trost.

Nachdem die Ausgaben immer größer wurden, suchte der Verein nach zusätzlichen Einnahmequellen und begann mit der Bandenwerbung am Sportplatz. In diesem Jahr wurde auch mit dem Bau einer neuen Gerätehalle begonnen, die 1986 rechtzeitig zum 40jährigen Jubiläum des Vereins eingeweiht werden konnte. Die „Alten Herren“ unseres Vereins feierte im Jahr 1988 ihr 10jähriges Bestehen mit einem dreitätigen Fest und es war ein schönes Bild als 26 ehemalige und aktive AH Spieler zeigten, wie schön Fußball sein kann, wenn man aus Freude spielt. Nachdem die Gymnastikabteilung sich eine längere Ruhepause gegönnt hatte, wurde sie nun mit jungen, frischen Kräften wieder neu ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr fingen nun auch die Kleinsten an, Fußball zu spielen in der E- und F-Jugend. Man kam schon ins Schmunzeln, wenn man beobachtete, wie sich vor dem Spiel manche noch von den Eltern die Schuhe zubinden lassen mussten, im Spiel aber wie ihre Vorbilder dem runden Leder nachjagten.

Die Diskussion um den möglichen Verkauf des alten Sportplatzes brachte im darauffolgenden Jahr Unruhe in den Verein, denn viele Mitglieder wollten sich nicht von ihrem vereinseigenen Sportplatz trennen, auch wenn für das Geld oberhalb des neuen Sportplatzes ein Allwetterplatz errichtet werden sollte. Als die Entscheidung für den alten Sportplatz gefallen war, ging man daran, die bestehende Flutlichtanlage zu erweitern, mit ca. 20.000,- DM wurden nun für wirklich gute Trainingnsbedingungen geschaffen.

Eine weitere schwere, kostenträchtige Entscheidung stand für die Vorstandschaft und die Mitglieder an. Nachdem mit den Vereinswirten über eine Benutzung der Umkleide- und Duschräume keine Einigung erzielt werden konnte, trug man sich mit dem Gedanken, am neuen Sportplatz Umkleidemöglichkeiten zu schaffen und das bisher bestehende Gerätehaus als Vereinsheim umzubauen. Mit großem finanziellen Aufwand, unterstützt von der Gemeinde, dem Landkreis und vom BLSV entstanden durch immense Eigenleistungen der Mitglieder wunderschöne Räumlichkeiten, die rechtzeitig zum 50 jährigen Bestehen eingeweiht wurden. (Ende Chronik Jürgen Schramm)

Ein ereignisreiches Jahr stand für den SVH 1996 an. Mit großem Aufwand feierten wir unser 50jähriges Vereinsjubiläum mit gleichzeitiger Einweihung unseres neuen Sportheims. Die Festtage dauerten vom 23.05. bis einschließlich 27.05.1996. Der Festkommers am Samstag Abend war der erste Höhepunkt unserer Feier. Wir konnten an diesem Abend viele Mitglieder, unsere 12 Gründungsmitglieder sowie zahlreich Gäste aus Sport und Politik begrüßen. Die offizielle Sportheimeinweihung erfolgte am Sonntag, 26.05.1996 mit kirchlicher Weihe und einem Gottesdienst. Insgesamt war dieses Jubiläum eine rundum gelungene Veranstaltung, die allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird. Im gleichen Jahr konnten wir zudem erstmals eine E-Schülermannschaft melden, die auch gleich mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam machte.

Mit Beginn der Saison 1997/1998 erschien erstmals unsere Stadionzeitung „SVH KURIER“ und es wurden erstmals Dauerkarten für die gesamte Saison unserer Seniorenmannschaften angeboten. Eine Ehrung besonderer Art erfuhr unsere Vereinsmitglieder Werner Wendler und Günter Heubner, die an der Jahreshauptversammlung durch den BLSV Kreisvorsitzenden Peter Rückert für ihre herausragenden ehrenamtlichen Vereinstätigkeiten im Namen des BLSV und BFV geehrt wurden.

Die Saison 1998/1999 war insbesondere durch die hervorragenden Ergebnisse der 1. Mannschaft geprägt. Ungeschlagen gelang der Aufstieg von der Kreisklasse in die Kreisliga. Ein Erfolg, der nicht zuletzt unserem neuen Trainer Detlef Meißner zuzurechnen war.

Besondere Ehrungen erfuhren an der Jahreshauptversammlung 2000 unsere verdienten Mitglieder Dieter Häfner für 19 Jahre Tätigkeit in der Vereinsvorstandschaft und Klaus Grämer für 25 Jahre Tätigkeit im Vereinsausschuss. Aber auch der SVH selbst wurde mit dem Sepp-Herberger-Preis für seine Jugendarbeit geehrt. Mit Abschluss der Saison 1999/2000 machte sich der Verein sportlich wohl das größte Geschenk seiner Vereinsgeschichte: Die 1. Mannschaft setzte sich als Tabellenzweiter in der Kreisliga in den Relegationsspielen durch und schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga Oberfranken.

Im Jahr 2001 erfolgte der Neubau unserer Gerätehalle auf das bereits im Jahr vorher gekaufte Grundstück oberhalb des neuen Sporplatzes. Auch sportlich ging noch einmal alles gut. Mit 2 : 0 gewann die 1. Mannschaft das Relegationsspiel in Ebersdorf gegen Burgkunstadt um den Verbleib in der Bezirksliga Oberfranken.

Sein Aussehen veränderte im Jahr 2002 unser altes „Pappelstadion“. Mit großem Personaleinsatz wurden die am Grundstück Hauck angrenzenden Pappeln gefällt. Wir alle mussten uns erst langsam an diesen Anblick gewöhnen, dass nicht mehr die Pappeln sondern ein Ballfangzaun für die Bälle herhalten musste. Aber auch am neuen Platz wurde wieder geschafft. Das von Edwin Ois organisierte 20.000 l Wasserfass wurde neben dem Neubau vergraben und an die Sportplatzdrainage angeschlossen. Somit hatten wir die Voraussetzung für den Einbau einer Bewässerungsanlage für den neuen Sportplatz geschaffen.

Das Jahr 2003 wird mit Sicherheit als „DAS RELEGATIONSJAHR“ in Erinnerung bleiben. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga musste sich die 1. Mannschaft in der folgenden Saison mit allen Kräften gegen den erneuten Abstieg aus der Kreisliga zu Wehr setzen. Am 28. Mai verloren wir das erste Relegationsspiel in Hafenpreppach gegen den TSV Gemünda. Das darauf folgende Relegationsspiel am 01. Juni in Schwabthal konnten wir gewinnen, und waren somit sportlich für die Kreisliga gesichert. Allerdings mussten wir durch mehr als kuriose Machenschaften erneut antreten und gewannen ein bedeutungsloses Spiel gegen den TBV Wildenheid mit 3 : 2. Die Relegation wurde zwischenzeitlich auch von den Medien zur Farce erklärt. Dennoch mussten wir noch einmal antreten. Am 12. Juni stand das nächste Relegationsspiel in Altenstein gegen den TSV Pfarrweisach an. „Heilgersdorf muss nochmals ran. Nach Sportgerichtsurteil erneut ein Kreisliga-Qualifikationsspiel“, „Relegationsspiel Nr. 4 für den SVH“, so die Zeitungsüberschriften. Dass dieses Relegationsspiel auch noch wegen eines Gewitters in der 80. Minute abgebrochen werden musste, setzte dem Ganzen nunmehr die Krone auf. Somit musste dieses Spiel auf den 18. Juni neu angesetzt werden. Dieses, nunmehr fünfte Relegationsspiel, überforderte die Kräfte unserer Mannschaft und wir verloren mit 5 : 4 in der 119. Spielminute der Verlängerung. Wie groß Freude und Trauer beieinander lagen, kann sich jeder vorstellen. Dennoch sollte dieses turbulente Sportjahr seinen glücklichen Ausgang finden. Durch eine Entscheidung des BVF konnten wir auch in der folgenden Saison in der Kreisliga verbleiben.

Das Jahr 2005 war insbesondere vom Einbau und Inbetriebnahme der neuen Bewässerungsanlage im neuen Sportplatz geprägt. Mit viel Eigenleistung und enormen finanziellen Mitteln konnten wir dieses Projekt abschließen und unseren Sportplatz damit für die Zukunft noch tauglicher gestalten.

60 Jahre SV Heilgersdorf. Unter diesem Motto stand das Jahr 2006. Vom 21. bis 25. Juni feierte der SVH sein 60 jähriges Bestehen mit vielfältigen Veranstaltungen, einem Festabend, verschiedenen Schüler- und Jugendturnieren und Jubiläumsspielen. Höhepunkt der 60 Jahr Feier war sicherlich der Festabend unter dem Motto „60 Jahre SV Heilgersdorf – Highlights“, an welchem unsere noch lebenden Gründungsmitglieder in den Vordergrund gestellt wurden. In einer wunderschönen Atmosphäre wurden die letzen 60 Jahre Vereinsgeschichte vorgetragen.
Für dieses Fest wurde auf dem alten Sportplatz ein 3.000 Mann Festzelt aufgestellt, in dem auch „Number Nine“ am Samstag aufgetreten ist. Den sportlichen Abschluss unserer Festwoche bildetet das Jubiläumsspiel unserer 1. Mannschaft gegen eine Kreisauswahl Coburg.

An dieser Stelle wollen wir unseren geschichtlichen Rückblick beenden und verweisen auf die Seite „SVH Geschichte“. In dieser Rubrik haben wir jahrgangsmäßig ab 2008 alle Aktivitäten aufgelistet.